Augen auf Kiel!

Mit unserem Projekt Augen auf Kiel! wollen wir lesbischen, schwulen bi*, trans*, inter* und queeren (LSBTIQ*) Migrant*innen aus Kiel die Möglichkeit geben, ihre Geschichte und ihre Perspektive unter eigenen Bedingungen erzählen und ausdrücken zu können.

Wir wollen zusammen mit den Mitwirkenden über die spezifische Situation von LSBTIQ*-Migrant*innen in Kiel aufklären, in die verschiedenen Communities hineinwirken und das Zusammenleben und den Zusammenhalt in der Gesellschaft fördern. Dabei setzen wir auf Empowerment und Emanzipation der Mitwirkenden, die Sichtbarmachung ihrer Realität sowie auf die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Querschnittsthema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und Migration.

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Augen auf Kiel! – Alles über das Projekt

Idee und Zielgruppen

Das Projekt Augen auf Kie!l hat sich zum Ziel gesetzt, Integration und Teilhabe von erwachsenen LSBTIQ*-Migrant*innen in Kiel zu fördern, indem ihre Sichtbarkeit erhöht wird und eine Sensibilisierung der allgemeinen Öffentlichkeit und ihrer verschiedenen Akteur*innen zum Querschnittsthema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und Migration stattfindet. Die verschiedenen Akteur*innen befinden sich in unterschiedlichen Communities und Gruppen und sollen auch dort angesprochen werden: Migrantisch geprägte Communities, deren Mitglieder häufig rassistische Zuschreibungen erfahren, in denen nur selten offen über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt gesprochen wird; LSBTIQ*-Communities, die sich am Anfang des Prozesses einer interkulturellen Öffnung befinden, die weiß und deutsch geprägt sind und aufgrund von Exkludierungsmechanismen wenig Zulauf von queeren BPoC (Black and People of Colour = Selbstbezeichnung für Schwarze Menschen und nicht-weiße Menschen, die rassistische Erfahrungen machen) haben, in denen oftmals ein offener Austausch über verschiedene Formen von Sexualität und Geschlecht stattfindet; die allgemeine Öffentlichkeit, die mehrheitlich aus einer weißen, cis-heteronormativen Perspektive blickt und deren Vertreter*innen sich häufig dominant und diskriminierend gegenüber Minderheiten verhalten. Dazwischen spielt sich die Realität von LSBTIQ*-Migrant*innen ab und bleibt am Ende oft unsichtbar.

Augen auf Kiel! gibt LSBTIQ*-Migrant*innen die Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen und Perspektiven auf das Leben in Kiel künstlerisch und/oder medial aufzuarbeiten und die eigene Geschichte unter selbstgewählten Bedingungen zu erzählen. Dazu gehören der Prozess der Selbstreflexion, der Austausch in der Gruppe mit anderen LSBTIQ*-Migrant*innen und gemeinsames Empowerment (= Selbstermächtigung, Selbstbestimmung) sowie im letzten Schritt die Entscheidung, welche Mittel eingesetzt werden können, um die eigene Geschichte nach außen wirken lassen zu können. So wurde letztendlich eine Online Galerie als Plattform ausgewählt, in denen die unterschiedlichen Werke und Geschichten anonym oder unter Nennung des Namens der Öffentlichkeit präsentiert werden können.

Ablauf und Umsetzung

Die Arbeit mit und für LSBTIQ*-Migrant*innen setzt voraus, dass die Mitwirkenden einen sicheren Ort haben, wo sie sich mit ihrer Identität auseinandersetzen und mit anderen Personen darüber sprechen können. Dazu gab es regelmäßige Gruppentreffen im HAKI-Zentrum in Kiel, die in kleinerer und größerer Runde stattgefunden haben. Der Fokus der Gruppentreffen lag zu Beginn stark auf Vertrauensarbeit; Gegenseitiges Kennenlernen, Sprechen über Probleme aber auch offener positiver Austausch über alle Themen des Spektrums Sexualität. Zudem gab es Workshops und verschiedene Gruppenaktivitäten, um das Empowerment der Mitwirkenden zu stärken und die Selbstwahrnehmung zu unterstützen. Die späteren Gruppentreffen wurden verstärkt dazu genutzt, die eigenen Ideen umzusetzen und die Plattform zu entwickeln.

Um die Mitwirkenden zu schützen und die Verbreitung des Corona-Virus zu einzudämmen, fanden die Treffen ab März 2020 bis Juni 2020 ausschließlich online statt. Neben der Umstellung auf online Treffen, wurden auch die Projektlaufzeit sowie einzelne Maßnahmen und Ziele angepasst. Seit August 2020 fanden die Treffen unter Berücksichtigung der Hygienemaßnahmen und der Entwicklung der Infektionszahlen wieder regelmäßig in Kleingruppen im HAKI Zentrum statt.

Förderung

Das Projekt Augen auf Kiel! von HAKI e.V. wurde durch das Ministerium für Inneres, Ländliche Räume, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen des Programms für lokale Maßnahmen für Teilhabe und Zusammenhalt (MaTZ) von Juli 2019 bis Oktober 2020 gefördert.

Über uns

HAKI e.V. ist ein Zentrum für lesbische, schwule, bi*, trans*, inter* und queere (LSBTIQ*) Menschen mit Sitz in Kiel. Seit November 2015 gibt es dort das bisher einzige offene Angebot für LSBTIQ*-Geflüchtete und -Migrant*innen in Schleswig-Holstein: Queer Refugees & Migrants, kurz QUREMI. Innerhalb dieser Arbeitsgruppe gibt es neben dem Projekt Augen auf Kiel!, welches spezifisch LSBTIQ*-Migrant*innen aus Kiel anspricht (gefördert durch das Ministerium für Inneres, Ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein) auch das Modellprojekt Fachstelle Migration und Queer (gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung), welches insbesondere LSBTIQ*-Geflüchtete und Organisationen aus dem Bereich Migration/Integration/Teilhabe in ganz Schleswig-Holstein fokussiert. Zudem gibt es ein ehrenamtlich getragenes Beratungsangebot für LSBTIQ*-Geflüchtete und -Migrant*innen sowie die Möglichkeit weitere Projekte ehrenamtlich umzusetzen.

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